„Wir bringen Vakuum dahin, wo bisher bloße Hände nötig waren“
Eric Wilhelm, Leiter des Geschäftsfelds Handhabung und Mitglied der Unternehmensleitung bei Schmalz in Glatten.
Herr Wilhelm, Schmalz ist bekannt für stationäre Systeme wie das Vakuum-Hebegerät VacuMaster. Was hat Sie dazu bewogen, jetzt ein handgeführtes, akkubetriebenes Gerät auf den Markt zu bringen?
Unsere Kunden brauchen Flexibilität – und zwar dort, wo keine Druckluftanschlüsse vorhanden sind und Kabel stören. In Fertigung und Handwerk gibt es viele solcher Situationen: enge Spalten, wechselnde Arbeitsorte, kleine Stückzahlen. Der Saugheber Gripster max schließt genau diese Lücke. Er bringt Vakuumtechnik dorthin, wo bisher körperliche Kraft oder Behelfsmaßnahmen nötig waren. Unser Ziel war klar: ein Gerät, das sofort einsatzbereit ist, sicher hält und einfach zu bedienen ist. „Mach's greifbar“ ist mehr als ein Slogan, das war unser Entwicklungsauftrag.
Unser Ziel war klar: ein Gerät, das sofort einsatzbereit ist, sicher hält und einfach zu bedienen ist.∼ Eric Wilhelm, Leiter Geschäftsfeld Handhabung und Mitglied der Unternehmensleitung
Sie bewegen sich damit auch näher am klassischen Werkzeugmarkt. Wie weit wollen Sie sich in Richtung Handwerk und Distribution vorwagen?
Unsere Industriekunden bleiben das Zentrum. Dort sind wir stark, dort kennen wir die Prozesse. Gleichzeitig sehen wir im Markt Lücken, vor allem jenseits des Niedrigpreis- und Heimwerker-Segments. Genau hier setzen wir an. Wir bringen unsere Qualität und Zuverlässigkeit in Bereiche, die bisher unterversorgt waren. Dazu zählen professionelle Anwender im Handwerk und auf dem Bau.
Der Saugheber Gripster max ist deutlich standardisierter als Ihre bisherigen Lösungen. Verändert das Ihr Geschäftsmodell – und wie entsteht daraus konkret ein neuer Markt?
Wir öffnen uns Schritt für Schritt für neue Geschäftsmodelle und Vertriebskanäle. Wie weit wir gehen, entscheidet der Markt. Der Saugheber Gripster max setzt genau dort an, wo heute bloße Hände nötig sind. Um diese Anwendungen sichtbar zu machen, rücken wir näher an unsere Kunden, bringen unser Vakuum-Know-how gezielt ein und hören genau hin. Ideen erreichen uns aus der Praxis: Anwender zeigen uns, wo Bedarf besteht und was möglich ist. Diese Rückmeldungen geben die Richtung vor.
Vakuumtechnik, Handhabungssysteme, Energiespeicher – Schmalz wächst in mehrere Richtungen gleichzeitig. Wie fügt sich der Saugheber Gripster max in diese Gesamtstrategie ein und welche Märkte haben Sie damit im Blick?
Wir erschließen gezielt Branchen, die nach flexibler Vakuumtechnik ohne festen Druckluftanschluss fragen. Dazu gehören etwa Handwerk, Montage und kleinere Fertigungsbetriebe. Dort arbeiten Menschen unter hohem Zeitdruck, mit wechselnden Materialien und ohne feste Infrastruktur. Das ist Schmalz Qualität für ein breiteres Publikum. Gleichzeitig öffnet uns der international etablierte Akku-Standard Märkte, in denen Druckluftversorgung kein Thema ist.
Sie stehen für Prozesssicherheit und Ergonomie. Sind Kunden bereit, für Ihre mobilen Lösungen auch den entsprechenden Preis zu zahlen?
Die Kosten spielen natürlich eine Rolle. Wir treten in einen bestehenden Markt ein, setzen dabei aber bewusst auf Qualität. Kunden investieren, wenn sie merken, dass das Gerät die Arbeit ergonomischer und Prozesse sicherer macht. Die smarten Features und die Verlässlichkeit zahlen direkt auf diesen Nutzen ein.
Schmalz ist stark in Beratung und Engineering. Wie übersetzen Sie diese Eigenschaften in ein Gerät, das einfach bleiben soll?
Indem wir beides kombinieren. Der Saugheber Gripster max ist zunächst ein durchdachtes Standardprodukt, das viele Anwendungen abdeckt. Gleichzeitig haben wir ihn so aufgebaut, dass er sich anpassen lässt. Der Schnellwechseladapter mit elektrischer und fluidischer Schnittstelle ist der Schlüssel. Darüber binden Anwender Zubehör, Zusatzgriffe oder auch ganze Traversen an. Wir bleiben also flexibel, ohne das Produkt kompliziert zu machen.
Service ist bei Ihren stationären Systemen ein zentrales Geschäft. Wie sieht das bei einem tragbaren Gerät aus?
Wir denken Service hier neu – und früher. Das Gerät kann per Tastenkombination einen Selbsttest durchführen und zeigt direkt, ob alles stimmt. Wenn es doch nötig werden sollte, lässt sich eine Reparatur komplett digital anstoßen. Gleichzeitig bauen wir das Zubehörsystem aus. Anwender können den Saugheber Gripster max Schritt für Schritt an ihre Anforderungen anpassen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten.
Und strategisch gedacht: Bleibt der Saugheber Gripster max ein Einzelprodukt oder entsteht daraus eine Plattform?
Die Arbeitswelt verändert sich: kleinere Losgrößen, wechselnde Einsatzorte und mehr manuelle Tätigkeiten in der Montage. Der Saugheber Gripster max ergänzt das Portfolio an genau dieser Stelle. Er bringt die Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit, die Schmalz Kunden aus unseren stationären Systemen kennen, in ein handgeführtes Gerät. Er ist nur der Anfang, kein Endpunkt. Wir entwickeln das Produkt kontinuierlich weiter, so wie wir es bei anderen Lösungen auch tun. Ob daraus eine ganze Plattform mit verschiedenen Leistungsklassen entsteht, lassen wir bewusst offen. Wir werden sehen, wohin sich der Markt bewegt und dann gezielt nachlegen.
Der Saugheber Gripster max erweitert das Portfolio von Schmalz im Bereich Handhabung (im Bild: Eric Wilhelm, Leiter Geschäftsfeld Handhabung und Mitglied der Unternehmensleitung).
Der Saugheber Gripster max bringt Vakuumtechnik dorthin, wo bisher körperliche Kraft oder Behelfsmaßnahmen nötig waren.
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