
Flachsauggreifer SUF
- Durchmesser: 1 bis 100 mm
- Werkstoff: NBR, NBR-ESD, SI, SI-CO, HT1, HT1-ESD, EPDM-ECO
ESD (englisch Electrostatic Discharge, deutsch elektrostatische Entladung) bezeichnet den plötzlichen Ladungsausgleich zwischen Objekten mit unterschiedlichen elektrischen Potentialen.
In der Elektronikindustrie sind Werkstücke während Fertigungs- und Handhabungsprozessen nicht nur mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt, sondern auch dem Risiko elektrostatischer Aufladungen. Dabei können Spannungen von mehreren tausend Volt entstehen. Diese können sich unkontrolliert entladen und Komponenten und Bauteile gefährden.
Elektrostatische Aufladung entsteht durch Reibung, Kontakt- und Trennungsvorgänge. Materialien wie Kunststoffe, Textilien oder Metalle speichern elektrische Ladungen, die sich bei Berührung oder Annäherung schlagartig entladen. Dieser Vorgang ist in der Elektronikindustrie besonders kritisch, da selbst kleinste Spannungen empfindliche Bauteile zerstören können.
Die Folgen sind oftmals irreversible Schäden an elektrischen, elektronischen und optoelektronischen Komponenten. Besonders empfindlich reagieren Leiterplatten (PCB), die mit Bauelementen wie Metall‑Oxid‑Halbleiter‑Feldeffekttransistoren (MOSFET) oder Bipolartransistoren mit isolierter Gate‑Elektrode (IGBT) bestückt sind. Ebenso gefährdet sind IC‑Chips, integrierte Schaltkreise sowie Substrate, die in der Halbleiterindustrie und Elektronikfertigung eingesetzt werden. Ein schneller Ausgleich der Potentiale bewirkt dabei hohe elektrische Spannungen, die zu irreparablen Fehlern an bestückten Platinen und ihren sensitiven Einzelkomponenten führen können.
Um elektronische Komponenten, beispielsweise in der Handhabung, wirksam vor ESD-Schäden zu schützen, spielt die elektrische Ableitfähigkeit der eingesetzten Materialien eine zentrale Rolle. Da diese Materialien im direkten Kontakt zum Werkstück stehen, müssen sie gewährleisten, dass elektrostatische Ladungen kontrolliert und schadensfrei abgeleitet werden können.
Elektrische Ableitfähigkeit beschreibt die Eigenschaft eines Materials, Ladungen über seinen spezifischen Widerstand sicher zu entladen. Abhängig vom Widerstandswert erfolgt dies entweder sehr schnell – wie bei leitfähigen Materialien – oder verzögert und kontrolliert, wie es für dissipative Materialien typisch ist. Entscheidend ist dabei stets der spezifische Widerstand, der vorgibt, in welchem Tempo und auf welche Weise Ladungen sicher abgeführt werden.
Je nach Materialklasse ergeben sich unterschiedliche spezifische Widerstandsbereiche:
Eine Möglichkeit, die elektrische Ableitfähigkeit nachzuweisen, ist die Point-to-Ground-Messung. Durch diese kann nachgewiesen werden, in welchem Bereich sich der Widerstand des Gesamtsystems befindet. Mit Hilfe von speziellen Widerstandmessgeräten kann zwischen einem Messpunkt (1) und einem Erdungspunkt des Systems (Erdpotential) (2) der Ableitwiderstand ermittelt werden.
Sensible Elektronik perfekt bewegt – minimierte Abdrücke, maximierter ESD-Schutz
In der Elektronikfertigung gibt es keine zweite Chance. Ein winziger Abdruck, eine statische Entladung und ganze Chargen sind unbrauchbar. Nicht mit uns!
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Dank unserer umfassenden Expertise in der Materialentwicklung steht das Sauggreifermaterial HT1-ESD für technologische Spitzenleistung und setzt neue Standards in der Elektronikfertigung.

Geeignete Materialien sind zur besseren Orientierung häufig mit dem ESD‑Schutzsymbol versehen. Dieses Kennzeichen signalisiert, dass ein Produkt für den ESD‑Schutz geeignet ist und andere Bauteile zuverlässig vor elektrostatischer Entladung bewahrt.
Damit der ESD‑Schutz nicht nur auf Materialebene und in Prüfverfahren gewährleistet ist, sondern auch im praktischen Arbeitsumfeld konsequent umgesetzt wird, braucht es klar definierte Bereiche mit abgestimmten Maßnahmen.
Eine ESD‑Schutzzone, im Englischen kurz „EPA“ (Electrostatic Protected Area), ist ein speziell eingerichteter Arbeitsbereich, in dem alle Materialien, Werkzeuge und Arbeitsmittel auf ihre elektrische Ableitfähigkeit abgestimmt sind. Dazu gehören ableitfähige Böden, Erdungssysteme, ESD‑gerechte Kleidung und Verpackungen. Ziel ist es, elektrostatische Aufladungen zu verhindern und kontrolliert abzuleiten, sodass empfindliche Komponenten wie Leiterplatten, Halbleiter oder optoelektronische Bauteile zuverlässig geschützt sind.
In der Elektronikindustrie ist ESD-Schutz unverzichtbar. Empfindliche Bauelemente wie MOSFETs oder IGBTs müssen sowohl in Frontend- als auch in Backend-Prozessen zuverlässig geschützt werden. Auch Leiterplatten und Displays sind besonders anfällig für elektrostatische Entladungen.
ESD‑Schutz funktioniert, indem elektrostatische Aufladungen entweder verhindert oder über geeignete Materialien und Erdungssysteme kontrolliert abgeleitet werden. Um elektronische Komponenten wirksam vor ESD‑Schäden zu schützen, spielt die elektrische Ableitfähigkeit der eingesetzten Materialien eine zentrale Rolle.
ESD‑Schutz ist wichtig, weil schon Spannungen im Bereich weniger hundert Volt ausreichen können, um elektronische Bauteile zu schädigen. Ohne ESD‑Maßnahmen drohen Produktionsausfälle, Qualitätsprobleme und hohe Kosten durch Reklamationen. Mit ESD‑gerechten Materialien und Schutzzonen werden Bauteile zuverlässig geschützt.
ESD‑Schutz ist überall dort notwendig, wo empfindliche elektronische Bauteile wie Halbleiter, Leiterplatten oder Sensoren verarbeitet, transportiert oder gelagert werden. Besonders in der Elektronikfertigung, im Labor und in automatisierten Produktionsprozessen verhindert er Schäden durch unkontrollierte Entladungen.
ESD‑fähig bezeichnet Materialien oder Produkte, die elektrostatische Ladungen kontrolliert und schadensfrei ableiten können. Dadurch werden empfindliche elektronische Bauteile zuverlässig vor Schäden geschützt.
Eine ESD‑Verpackung schützt elektronische Bauteile vor elektrostatischen Entladungen während Transport und Lagerung. Sie besteht aus leitfähigen oder dissipativen Materialien, die Ladungen kontrolliert ableiten und gleichzeitig empfindliche Komponenten vor äußeren elektrischen Feldern abschirmen.
ESD‑Material wird durch Point‑to‑Ground‑Messungen geprüft. Dabei misst man den elektrischen Widerstand zwischen einem definierten Punkt auf der Oberfläche und der Erdung. So wird festgestellt, ob Ladungen sicher und normgerecht abgeleitet werden.
Die zentrale Norm ist IEC/DIN EN 61340‑5‑1. Sie legt Anforderungen an Materialien, Arbeitsplätze und Prozesse in ESD‑Schutzzonen (EPA) fest. Es gibt außerdem ergänzende Normen, die zusätzliche Anforderungen an Prüfverfahren und spezifische Anwendungen festlegen.