Funktionsprinzipien der Vakuum-Erzeugung

Venturi-Prinzip

Funktionsprinzip

  • Pneumatische Vakuum-Erzeuger arbeiten nach dem Venturi-Prinzip
  • Druckluft wird in den Ejektor (A) eingeleitet
  • Durch die Querschnittsverengung der Treibdüse, der so genannten Venturi-Düse (B) wird die Druckluft beschleunigt. Der dynamische Druck steigt, gleichzeitig sinkt der statische Druck der Luft.
  • Nach Passieren der Treibdüse entspannt sich die beschleunigte Luft und ein Vakuum entsteht
  • Luft wird durch den Vakuum-Anschluss (D) in den Ejektor "gesaugt"
  • Die Druckluft tritt zusammen mit der "angesaugten" Luft durch den Schalldämpfer (C) aus dem Ejektor aus.
Das Venturi-Prinzip am Beispiel eines pneumatischen Vakuum-Erzeugers inkl. Ejektor, Venturi-Düse, Schalldämpfer und Vakuum-Anschluss

Vorteile

  • Vakuum-Erzeuger die nach dem Venturi-Prinzip arbeiten, eignen sich besonders bei sehr hohen Beschleunigungen
  • Einzelne Ansteuerung von Sauggreifern
  • Ejektoren in verschiedenen Ausführungen je nach Anwendung zur zentralen oder dezentralen Vakuum-Erzeugung
  • Verschiedene Leistungsklassen je nach Werkstück und Anwendung

Anwendung

Universeller Einsatz in Vakuum-Systemen

Bernoulli-Prinzip

Funktionsprinzip

  • Pneumatisch betrieben mit integrierter Vakuum-Erzeugung
  • Druckluft tritt durch Bohrungen im Vakuumsauger aus und wird somit stark beschleunigt
  • Durch Erhöhung der Geschwindigkeit sinkt der statische Druck und es entsteht ein Unterdruck (A) ("Bernoulli-Gleichung")
  • Die beschleunigte Luft tritt zur Seite aus (B); zwischen Schwebesauger und Werkstück entsteht ein "Luftpolster"
  • Mit Hilfe eines hohen Volumenstroms werden Leckagen kompensiert, so dass auch poröse Werkstücke gehandhabt und vereinzelt werden können
  • Der Bernoulli-Effekt ermöglicht eine berührungsarme Handhabung von Werkstücken
  • Schwebesauger arbeiten nach dem Bernoulli-Prinzip
Illustration des Bernoulli-Effekts am Beispiel eines Schwebesaugers

Vorteile

  • Berührungsarme, schonende Handhabung von dünnen und empfindlichen Werkstücken dank des Bernoulli-Effekts
  • Sicheres Vereinzeln von dünnen, porösen Werkstücken

Anwendung

Handhabung von sehr dünnen, hochsensiblen oder extrem luftdurchlässigen Werkstücken

Coanda-Prinzip

Funktionsprinzip

  • Pneumatisch betrieben mit integrierte Vakuum-Erzeugung
  • Beim Coanda-Prinzip wird Druckluft durch einen Ringspalt geführt und somit beschleunigt
  • Durch die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit kommt es zum sogenannten "Coanda-Effekt" in dem die austretende Luft einer konvexen Oberfläche folgt
  • Das Entlangströmen der Luft an der Oberfläche bewirkt ein Ansaugen ("Mitreißen") der Umgebungsluft

Vorteile

  • Hohes Saugvermögen und geringer Luftverbrauch (notwendiger Betriebsdruck 1 bis 5 bar) mit Hilfe des Coanda-Effekts
  • Große Kontaktfläche mit eng positionierten Saugöffnungen verhindert das Einsaugen oder Beschädigen des Werkstücks 
  • Teilbelegung der Saugflächen möglich

Anwendung